NS 1

 

Die Ns 1 waren schmalspurige Diesellokomotiven für Werk- und Feldbahnen. Die Lokomotiven wurden im Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg (LKM) für Spurweiten von 485 bis 600 mm gebaut.

 

 

 

 Im Zuge der Aufgabenbereinigung in der Industrie musste LKM im Jahre 1952 die Produktion der DL 1/DE 1 von VEB Armaturen- und Apparatebau (AAB) Halle übernehmen. Man war bei LKM darüber weniger erfreut, da man eine eigene 15 PS Lokomotive plante. Aus diesem Grund erhielten die ersten Lokomotiven die Bezeichnung Ns 0, da man die Bezeichnung Ns 1 für die eigene Lokomotive frei halten wollte. Die ersten Ns 1 hatten nur geringe Änderungen gegenüber der DL 1. Ab der 86. Lokomotive wurde die Richtungsänderung nicht mehr über das Handrad für die Gangwahl, sondern über einen Hebel neben dem Getriebe betätigt. Ab 1956 wurden die Lokomotiven mit einer elektrischen Anlage ausgerüstet (Beleuchtung, Anlasser). Auf Wunsch war ein Führerhaus lieferbar. In den Jahren 1954 und 1955 entwickelte und baute man eine 15 PS Grubenlokomotive vom Typ Nsg 1. Es blieb bei einem Prototyp. 1955 begann man mit der Entwicklung und dem Bau der geplanten 15 PS Lokomotive, der Ns 1 a. Sie unterschied sich völlig von der bisher gebauten Ns1. Es wurde ein Motor vom Typ 1 NVD 18 SWR eingebaut. Aufgrund der aufwendigen Produktion blieb es bei einer Stückzahl von 21 Einheiten. Ab 1958 baute man als Weiterentwicklung der Ns 1 die Ns 1 b. Sie besaß eine elektrische Anlage. Die dafür nötige Batterie wurde in einem Fach vorne links im Rahmen untergebracht. Von der Ns 1 und der Ns 1 b wurden zusammen insgesamt 686 Exemplare produziert.

Die Ns 2 waren schmalspurige Diesellokomotiven für Werk- und Feldbahnen. Die Lokomotiven wurden im Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg (LKM) für Spurweiten von 485 bis 760 mm gebaut.

 

 

 

 

Ns 2

 

 

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen viele Städte in Schutt und Asche und die Industrie war noch dazu mit den Reparationsabgaben stark geschwächt. Es gab einen großen Bedarf an schmalspurigen Industrielokomotiven für Feldbahnen, die hauptsächlich der Trümmerbeseitigung und dem Wiederaufbau der Industrie und der Städte dienten. Der damals noch zum VVB LOWA gehörende VEB Lokomotivbau Karl Marx stellte ein Typenprogramm mit vier Leistungsklassen (15, 30, 60 und 90 PS) für Schmal- und Regelspur zusammen, welches die dringendsten Löcher stopfen sollte. Als erste Lokomotive dieses Programmes stellte LKM 1950 auf der Leipziger Frühjahrsmesse den Typ Ns 2 vor. Diese Lokomotive besitzt einen 30 PS starken Dieselmotor vom Typ 16 V 2, der über ein Zweigang-Getriebe mit zwei Lammellen-Trockenkupplungen und über zwei Rollenkettengetriebe mit Rollenketten die beiden Achsen antreibt. Die Lokomotive besitzt keine elektrische Anlage und ist für Spurweiten von 500 bis 760 mm ausgelegt. Sie wurde von 1950 bis 1951 gebaut.

 

 

 

Ns 2 f

 

 

 

Das Personal war mit der Ns 2 unzufrieden, weil die Lamellen-Trockenkupplungen schnell verschlissen und die Antriebskette ständig nachgespannt werden musste. Außerdem war die Höchstgeschwindigkeit mit 8 km/h recht knapp bemessen. Aus diesem Grund entwickelte LKM die Ns 2 f und stellte die Lok mit der Fabriknummer 48318 im Jahre 1952 auf der Leipziger Messe vor (siehe Foto oben rechts). Im Gegensatz zur Ns 2 werden die Achsen über Kuppelstangen angetrieben. Das Getriebe erhielt für die ersten beiden Gänge Lamellen-Nasskupplungen und eine dritten Gang mit einer Lamellen-Trockenkupplung für Geschwindigkeiten bis 14 km/h. Es wird ein Motor vom Typ EM 2-15 KVD 14,5 verwendet, der sich zum 16 V 2-Motor nur durch die elektrische Zündung und dem Anlasser unterscheidet. Die Lokomotive besitzt eine elektrische Anlage und ist für Spurweiten von 485 bis 630 mm ausgelegt. Von 1952 bis 1959 wurden 550 Exemplare gefertigt. Sie war eine der beliebtesten Feldbahnlokomotiven in der DDR.

 

 

 

Ns 2 k

 

 

 

Für Spurweiten über 630 mm (600–760 mm) baute LKM 1955 und 1956 insgesamt drei Lokomotiven vom Typ Ns 2 k. Sie besitzt im Unterschied zur Ns 2 f einen breiteren Rahmen. Auf Grund der geringen Anzahl an produzierten Lokomotiven wurden mindestens zwei Ns 2 f von den jeweiligen Betrieben auf 750 mm Spurweite selbst umgespurt. Von den bei LKM gebauten Lokomotiven sind zwei Exemplare erhalten.

 

 

 

Ns 2 h

 

 

 

Mit der Ns 2 h setzte man das um, was besonders für den Export gefordert war. Das heißt, dass die Lokomotive für Spurweiten von 600 bis 760 mm ausgelegt war und eine (auf Wunsch beheizbare) Fahrerkabine besaß. Der Rahmen war länger und breiter als der der Ns 2 f und die Aufbauten waren eckig ausgeführt. Es wurden von 1952 bis 1959 197 Exemplare gebaut.

 

 

Ns 2 a bis Ns 2 e

 

 

 

Die Typen Ns 2 a bis Ns 2 e waren Unterbaureihen der Ns 2:

 

 

 

Ns 2 a, Baujahr 1951, Spurweite 485–610 mm, ohne elektrische Anlage

 

Ns 2 b, Baujahr 1951, Spurweite 750–910 mm, ohne elektrische Anlage

 

Ns 2 c, Baujahr 1952, Spurweite 750–910 mm, mit elektrischer Anlage

 

Ns 2 d, Baujahr 1951, Spurweite 600–760 mm, mit elektrischer Anlage

 

Ns 2 e, Baujahre 1951–1952, Spurweite 485–610 mm, mit elektrischer Anlage

 

 

 

Mit der Ns 2 wurden insgesamt 509 Exemplare gebaut.